EINE LANDSTRASSE IN RUMÄNIEN

Der Zustand den wir 2002 in Constanta vorfanden war grauenvoll. Die 800 Kilometer lange Landstrasse, die durch Transsylvanien führt, war ein Bild des Schreckens für jeden Tierfreund: Mehr als 80 überfahrene Hunde lagen am Straßenrand und ein beißender Verwesungsgeruch lag in der Luft. Viele der noch lebenden Hunde waren verstümmelt. Sie existierten ohne Vorderpfoten, die Ohren fast abgerissen und manchen fehlte ein Auge. Es kam auch vor, dass verwundete oder kranke Tiere von ihren ausgehungerten Artgenossen gefressen wurden.

Fast schon herausfordernd huschte ein kleiner Mischlingswelpe über die Landstraße. Ihn interessierten die LKWs nicht, die an ihm vorbei brausten. Denn er war verzweifelt auf der Suche nach Futter und hoffte auf die Abfälle der Fernfahrer an der gegenüberliegenden Raststätte. Der Hund war auf sich selbst gestellt, da seine Mutter kurz nach seiner Geburt von einem Fahrzeug überrollt wurde und er lebte wie viele seiner Artgenossen auf der Straße. Nachts suchte er Schutz unter parkenden Autos und tags kämpft er um sein Überleben.

Herrenloser Hund auf den Strassen von Constanta.
Toter Hunde auf einer Landstrasse in Rumänien.
Hund in einem der überfüllten Zwinger des Tierheims von Constanta in 2006
Überfüllter Zwinger des Tierheims von Constanta in 2006
Verletzte und vernachlässigte Hunde in Constanta bekommen Hilfe aus dem Tierschutz Projekt der Hundeschule Animalstar in Düsseldorf
Verletzte und vernachlässigte Hunde in Constanta bekommen Hilfe aus dem Tierschutz Projekt der Hundeschule Animalstar in Düsseldorf
Überfüllter Zwinger des Tierheims von Constanta in 2006
Pflegepersonal des Tierheims in Constanta mit Hunden aus dem Tierschutz Projekt der Düsseldorfer Hundeschule Animalstar

Etwas besser hatten es die Hunde im Tierheim von Constanta an der malerischen rumänischen Küste. Doch auch dort waren die Zustände alles andere als optimal: Bis zu 15 Tiere, auch kranke drängen sich in einem engen Zwinger. In deutschen Tierheimen würden lediglich zwei Tiere in einer solchen Behausung leben.
Die Hygiene war mangelhaft; es roch nach Kot und Urin. Obwohl die engagierten Helfer mit Feuereifer bei der Sache waren, konnten sie sich nicht ausreichend um die Tiere kümmern. Denn es mangelte auch an Personal im Tierheim von Constanta. Die Leute im Heim taten alles, was in ihrer Macht steht. Heinz Hutze und ich waren vor Ort, wir können das nur bestätigen.

Doch leider stießen die Helfer in der rumänischen Stadt immer wieder an ihre Grenzen. Es gabt keine Tiernahrung. Das Heim war auf die Abfälle einer nahegelegenen Molkerei angewiesen, obwohl verdorbene Sahne, Buttermilch oder Pudding oftmals Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen sind. Das Operations-Besteck, mit dem die beiden Tierärzte pro Tag bis zu 40 Vierbeiner kastrierten, war kaum noch brauchbar. Im Winter zündeten die Mediziner Feuer in Fässern an, um die Raumtemperatur so zu erwärmen, damit ihre Patienten überhaupt operiert werden konnten. Denn die Heizung im Tierheim ist schon lange nicht mehr funktionstüchtig. Aber es gab trotz der desolaten Zustände auch Erfolge: Rund 80 Prozent der Tiere, die dort behandelt wurden, überlebten. Bei den restlichen 20 Prozent blieb leider zu oft nur die Spritze als letzter Ausweg.

PLÄNE FÜR DIE ZUKUNFT

Das waren für uns nur einige Gründe aktiv zu werden, nachdem wir bei dem Rumänien-Urlaub auf die tragischen Zustände aufmerksam wurden. Anfang Juli sind wir mit dem Auto nach Rumänien gefahren, um uns ein Bild vor Ort zu machen. Kontakte zum Tierheim, der Tierschutzbeauftragten, dem neuen Bürgermeister von Constanta und ansässigen Tierärzten gibt es schon. Wir hatten auch schon zwei Autos gekauft, die wir dem Heim für Transporte kranker Tiere schenken wollten.

Doch damit nicht genug: Wir wollten die Fahrzeuge mit für das Heim unentbehrlichen Utensilien bestücken. Dazu gehörten: Medikamente, Operationstische und -bestecke, (auch ausrangierte aus der Humanmedizin), medizinische Geräte, Verbände, Nahtgut, Lampen und vieles mehr. Wir wollten einfach das Hunde-Problem in den Griff bekommen“, deswegen rief ich damals das Projekt „Die Hunde von Constanta“ ins Leben

Nun hofften wir auf die Spendenfreudigkeit möglichst zahlreicher Tierfreunde. Wobei finanzielle Zuwendungen ausschließlich für Narkose-Mittel vor Ort verwendet werden sollten. Wir wollten die Verteilung der Spenden vor Ort beaufsichtigen. Doch die Planung ging weiter: Wir beabsichtigen auf dem brachliegenden Gelände vor dem Heim gebrauchte Wohncontainer aufzustellen, die ebenfalls als Operations-Räume genutzt werden könnten. Die sind wichtig, um möglichst viele Tiere sterilisieren zu können. Denn nur so kann das unsagbare Leid der hilflosen Tiere gemildert werden.

„Das Tier gilt laut BGB in Deutschland nicht mehr als Sache und hat somit einen Stellenwert erlangt. Jetzt wollen wir auch in Constanta Zeichen setzen“. Die Situation der Hunde in Constanta und Umgebung haben wir damals in einem Film festgehalten.Die Aufnahmen sind allerdings nichts für schwache Nerven. Eventuell stellen wir den Film auf youtube ein, wir müssen allerdings noch ein paar Fragen zu den Rechten bezüglich des Tons klären. Schaut einfach mal wieder rein oder achtet auf Nachrichten auf facebook.

Mehr gibt es im Teil 2 unseres Berichts aus Constanta…