EINE GROSSE SPENDENAKTION

Wir haben uns über die Wahnsinns-Unterstützung bei unserer großen Spenden-Aktion für die Hunde von Constanta sehr gefreut. Wir konnten alles gebrauchen, nichts war überflüssig“. Von der Geldspende für dringend benötigtes Futter bis zum Sterilisator, sollte alles den notleidenden Tieren in Rumänien zugutekommen. Zwei Kleinlaster mit Gerätschaften sollten in der kommenden Woche in das Tierheim von Constanta transportiert werden. Neben den zahlreichen spendenfreudigen Tierfreunden ging unser besonderer Dank an das Tierheim in Hilden, das unter anderem eine OP-Lampe zur Verfügung gestellt hat.

„Was haben wir nur angestellt?“ haben wir uns ständig zugeflüstert. Überall wo wir erschienen, stand Constanta Kopf. Wir waren das große Gesprächsthema in der rumänischen Stadt und Umgebung. Natürlich kam das nicht von ungefähr, wir hatten schon eine Menge auf die Beine gestellt. 600 Kilogramm Hilfsgüter hatten wir für das Tierheim in Constanta gesammelt. Als Dankeschön empfingen uns die Rumänen mit einer Herzlichkeit, die nicht mehr zu überbieten war.

Statt, wie ursprünglich geplant, samstags zu fliegen, hatten wir unsere Reise auf Dienstag, den 08. Oktober verschoben. Heinz Hutze und ich finanzierten unsere Flüge selbst und weil jetzt ein Wochenende zwischen Hin-und Rückflüg lag, war die Freude groß weil wir 2.000 Euro sparen konnten. Das Geld konnten wir besser für unser Projekt und eine Weihnachtsfeier mit den Helfern des Tierheims verwenden.
Nach strapaziöser Anreise – Flug bis Bukarest und 300 Kilometer langer Autofahrt – waren wir erschöpft aber glücklich in Constanta angekommen. Der Leiter des ansässigen Tierheims, Adrian Minastireanu hat uns vom Flughafen abgeholt und in seine Heimatstadt gebracht. Beim gemeinsamen Abendessen rückte Minastireanu mit der Sprache raus und wir staunten nicht schlecht:

Der Bürgermeister hatte wichtige Termine abgesagt, um uns willkommen zu heißen. Mehrere TV-Sender und Presse drängten auf Interviews mit uns. Als wir am folgenden Tag im Tierheim mit Kaffee und Kuchen begrüßt wurden, wartete bereits ein Kamerateam des regionalen Nachrichtensenders Neptun auf uns. Am gleichen Tag erschien auch der Bürgermeister im Tierheim von Constanta, um sich ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Nach vier Jahren Amtszeit war es sein erster Besuch in der Einrichtung. Bis dahin hatte die Tierschutzbeauftragte Dima Gzara als Vermittlerin zwischen dem Oberhaupt der Stadt und der Anlaufstelle für notleidende Vierbeiner fungiert. Der Bürgermeister, die Journalisten und die Kamera-Teams konnten auch direkt die neue Elektroinstallation mit den beiden von uns mitgebrachten Radiatoren in Augenschein nehmen.

Karton mit medizinischen Hilfsgütern für das Tierheim in Constanta
Medienrummel beim Eintreffen der Hilfsgüter für das Tierheim in Constanta
Tierärztliche Versorgung im Tierheim von Constanta
Medientermin mit dem Oberbürgermeister von Constanta
Dirk Lenzen von Animalstar in einer Talkshow des rumänischen Fernsehens zu den Spenden für das Tierheim in Constanta

Vor allem bei Operationen im Winter ist ausreichende Wärme unerlässlich. Denn eine Unterkühlung der vierbeinigen Patienten würde in vielen Fällen deren Tod bedeuten. Über die Heizkörper hinaus, waren vor allem OP-Bestecke, Spritzen, Desinfektionsmittel und medizinische Geräte wie Ultraschall, Bestandteil der Hilfslieferung.
Sichtlich angetan von unserem Engagement, lud der Oberbürgermeister, der selbst Hundebesitzer ist, uns ins „weiße Haus“ ein. Er versprach, dem Heim im kommenden Jahr mit einer zusätzlichen Zuwendung von 10.000 Euro unter die Arme zu greifen.

Ihm war daran gelegen, das Hundeproblem in seiner Stadt anders zu lösen als beispielsweise in Bukarest. Denn dort wurden viele herrenlose Tiere einfach getötet.
Neben allem Ernst lernten wir aber auch die herzliche Gastfreundschaft der Rumänen kennen: Einladungen zu Abendessen, wie bei dem Veterinär des Tierheims Adrian Bilba und Feierlichkeiten gehörten ebenfalls zum umfangreichen Programm. Egal wo die wir erschienen: Immer wieder wurden wir zur gelungenen Spenden-Aktion beglückwünscht. Wir waren fassungslos, dass wir mit unserem Projekt so viel in der Stadt und sogar über deren Grenzen hinaus ausgelöst haben“.

Eine einstündige Fernseh-Talkshow machte es möglich, dass die Aktion „Die Hunde von Constanta“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde. Ein Hotel hat sich sogar bereit erklärt, Tierärzte und Helfer, die in Constanta zum Einsatz kommen, in Zukunft kostenlos zu beherbergen. Weiterer interessanter Programmpunkt bei ihrem Besuch in Constanta, insbesondere für mich, war auch der Besuch der dortigen Hundeschule. Ich fand es spannend, einmal eine andere Art des Trainings kennen zu lernen.
Nach fünf Tagen war unser Aufenthalt in Rumänien zu Ende. Doch unsere Pläne gingen weiter. Wir hatten noch eine ganze Menge vor: Unter anderem soll das Tierheim vergrößert werden. Dabei sollte eine Freilauffläche entstehen, denn in den derzeitigen Hundezwingern herrschten desolate Zustände: Rund 20 Tiere lebten auf 12 Quadratmetern.

Gespendete Container für das Tierheim in Constanta
Container für Constanta

Das Projekt brauchte dringend mehr Raum für die anfallenden Operationen, Deswegen war eins der nächsten Ziele die Organisation von Containern für das Tierheim. Über die reine Organsiation hinaus, sollte das Hilfsprojekt vom Konzept bis zur Ausführung im Film Festgehalten werden. Hier sollten vor allem die Spender sehen, dass die so dringend benötigten Hilfsgüter tatsächlich an Ort und Stelle zum Einsatz kamen. Aber auch andere Themen, wie Job der „dog-hunter“ (Hundefänger) von Constanta, die wir bei ihrer Arbeit begleitet hatten, waren Themen für die Dokumentation. Die Männer fangen auch heute noch die Tiere ein, die noch nicht registriert und sterilisiert wurden und bringen sie in das Tierheim. Das sind die Jungs, die mit abstand den härtesten Job in diesem Tierheim haben.

Wenn es nach uns und unseren rumänischen Freunden geht, blicken die Hunde von Constanta einer hoffnungsvolleren Zukunft entgegen. Wir wollten das Projekt weiterhin begleiten und freuen uns schon auf neue Herausforderungen in dieser Sache. Da waren Heinz Hutze und ich uns einig.

An alle Helfer und Spender, nochmals herzlichen Dank! Ohne ihre Mithilfe, hätten wir diese schnelle Hilfeleistung nicht ermöglichen können!

Dirk Lenzen, Heinz Hutze

Mehr gibt es im Teil 3 unseres Berichts aus Constanta…