Bellen im Auto: Die Ausgangssituation

Das Leinentraining in diesem Video von petstar.tv ist eine von vielen Möglichkeiten mit dem Hund im Auto zu trainieren aber ich möchte euch bitten, es nicht bei jedem Hund einfach so anzuwenden. Ein erfahrener Trainer, der den betroffenen Hund einschätzen und interpretieren kann, sollte in jedem Fall das Leinentraining begleiten. So wie mir die Besitzerin erklärte, hat sich die Hündin anfangs im Auto ruhig verhalten und entwickelte die Gewohnheit des fiepens und das laute Bellen im Auto erst später im gemeinsamen Alltag. Die Besitzerin hatte bereits alles versucht was Hundewiese und Trainer an Tipps hergeben, um den Hund zu beruhigen. Hier ist es sehr wahrscheinlich, dass das positive Erlebnis bei der Ankunft am Ziel der Grund für die Unruhe und die Erregung ist, die der Hund bei jeder Autofahrt sichtbar empfindet.

Nach jeder Autofahrt hat der Hund besondere, für ihn aufregende und angenehme Situationen erleben dürfen, wie die Kollegen auf der Arbeit, oder die Ankunft an der Hundewiese. Diese Art von Stress sucht sich oft ein Ventil in fiepen, Bellen im Auto oder aufgeregtem Herumspringen in Kofferraum oder Hundebox. Auf der Heimfahrt sieht das nicht viel anders aus. Da erwartet einen am Ende vielleicht der Rest der Familie oder gar der volle Futternapf. Ungeduldige Kinder kann man auf langen Autofahrten vielleicht mit einem Gameboy beschäftigen, manchen Hunden kann man einen Kauknochen geben, das kann einen ähnlichen Effekt haben, aber andere, wie zum Beispiel diese Terrier Hündin, interessieren sich nicht mal ansatzweise dafür.

Das richtige Maß finden

Speziell diese Hündin ist als Terrier zwar ein kleiner aber kein allzu sensibler Hund, deshalb ist die Methode mit der langen Leine hier durchaus anwendbar. Das richtige Maß und die richtige Art der Anwendung sind hierbei absolut entscheidend und sollten beim ersten Mal unbedingt unter Beratung eines Trainers stattfinden. Das Ziel soll schliesslich sein, den Stress des Hundes bei der Autofahrt zu verkleinern und nicht zu vergrößern.

Beim ersten Leinentraining hat es die Hündin mit einem weiteren Reiz zu tun der zusätzlich verarbeitet werden muss. Es ist jemand im Wagen den sie nicht kennt, sie bekommt Impulse die sie auch noch nicht kennt, deshalb ist sie hier noch sichtbar erregt. Diese Zeichen von Aufregung, wie z.B. das Hecheln, verschwinden aber bei richtiger und maßvoller Anwendung nach wenigen Trainingseinheiten.

Meine Empfehlung

Wenn irgend möglich, sollte zumindest bei den ersten Malen ein neutraler Helfer mit im Auto sein. Zum einen aus Gründen der Verkehrssicherheit und zum anderen um sicherzustellen, dass die eigenen Emotionen durch das Bellen im Auto nicht zu einer möglichen Überdosierung der Leinenimpulse führen.