Dirk Lenzen und Heinz Hutze begleiteten Hilfslieferung nach Constanta

„Was haben wir nur angestellt?“ flüsterten sich Dirk Lenzen und Heinz Hutze ständig zu. Überall wo der Düsseldorfer Filmtiertrainer mit seinem Freund erschien, stand Constanta Kopf. Die beiden Deutschen waren das Gesprächsthema in der rumänischen Stadt und Umgebung. Natürlich kam das nicht von ungefähr. Denn die Düsseldorfer Tierfreunde hatten eine Menge auf die Beine gestellt: 600 Kilogramm Hilfsgüter hatten die beiden Männer für das Tierheim in Constanta gesammelt.

Als Dankeschön empfingen die Rumänen die Düsseldorfer mit einer Herzlichkeit, die nicht mehr zu überbieten war.

Statt, wie ursprünglich geplant, samstags zu fliegen, hatten die Freunde hre Reise auf Dienstag, den 08. Oktober verschoben. Lenzen und Hutze finanzieren Ihre Flüge selbst und weil jetzt ein Wochenende zwischen Hin-und Rückflüg lag, war die Freude groß sie konnten 2.000 Euro sparen. „Das Geld verwenden wir lieber für unser Projekt und einer Weihnachtsfeier mit den Helfern des Tierheims“, waren sich die Düsseldorfer einig. Nach strapaziöser Anreise - Flug bis Bukarest und 300 Kilometer lange Autofahrt – sind Lenzen und Hutze erschöpft aber glücklich in Constanta angekommen. Der Leiter des ansässigen Tierheims, Adrian Minastireanu hatte die Deutschen vom Flughafen abgeholt und in seine Heimatstadt gebracht. Beim gemeinsamen Abendessen rückte Minastireanu mit der Sprache raus und die beiden Düsseldorfer staunten nicht schlecht:

Der Bürgermeister hatte wichtige Termine abgesagt, um die Deutschen willkommen zu heißen. Mehrere TV-Sender und Presse drängten auf Interviews mit den Tierschützern aus dem Westen. Als Hutze und Lenzen am folgenden Tag im Tierheim mit Kaffee und Kuchen begrüßt wurden, wartete bereits ein Kamerateam des regionalen Nachrichtensenders Neptun auf die beiden Freunde. Am gleichen Tag erschien auch der Bürgermeister im Tierheim von Constanta, um sich ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Nach vier Jahren Amtszeit war es sein erster Besuch in der Einrichtung.

Bis dahin hatte die Tierschutzbeauftragte Dima Gzara als Vermittlerin zwischen dem Oberhaupt der Stadt und der Anlaufstelle für notleidende Vierbeiner fungiert. Der OB mit seinen Bodyguards, weitere Journalisten und Kamera-Teams konnten auch direkt die neue Elektroinstallation mit den beiden - von Lenzen und Hutze – mitgebrachten Heizradiatoren in Augenschein nehmen.

Vor allem bei Operationen im Winter ist ausreichende Wärme unerlässlich. Denn eine zusätzliche Unterkühlung der vierbeinigen Patienten würde in vielen Fällen deren Tod bedeuten. Vor allem, OP-Bestecke, Spritzen, Desinfektionsmittel und sogar medizinische Geräte, wie ein Ultraschall, waren Bestandteil der Hilfslieferung.

Sichtlich angetan von dem Engagement der beiden Deutschen, lud der Oberbürgermeister, der selbst Hundebesitzer ist, die Düsseldorfer ins „weiße Haus“ ein. Er versprach, dem Heim im kommenden Jahr mit einer zusätzlichen Zuwendung von 10.000 Euro unter die Arme zu greifen.

Dem OB war daran gelegen, dass Hundeproblem in seiner Stadt anders zu lösen als beispielsweise in Bukarest. Denn dort werden viele herrenlose Tiere einfach getötet.

Neben allem Ernst lernten die beiden Deutschen aber auch die herzliche Gastfreundschaft der Rumänen kennen: Einladungen zu Abendessen, wie bei dem Veterinär des Tierheims Adrian Bilba und Feierlichkeiten gehörten ebenfalls zum umfangreichen Programm. Egal wo die beiden Männer erschienen: Immer wieder wurden sie zu ihrer gelungenen Spenden-Aktion beglückwünscht. „Wir sind fassungslos, dass wir mit unserem Projekt so viel in der Stadt und sogar über deren Grenzen hinaus ausgelöst haben“, freuen sich die beiden Düsseldorfer, die sich über mangelnde Popularität nicht beklagen können:

Eine einstündige Fernseh-Talkshow machte es möglich, dass die Aktion „Die Hunde von Constanta“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde. Ein Hotel hat sich sogar bereit erklärt, Tierärzte und Helfer, die in Constanta zum Einsatz kommen, in Zukunft kostenlos zu beherbergen. Weiterer interessanter Programmpunkt bei ihrem Besuch in Constanta – insbesondere für Dirk Lenzen – war auch der Besuch der dortigen Hundeschule. „Ich finde es spannend, einmal eine andere Art des Trainings kennen zu lernen“, so der Filmtiertrainer.

Nach fünf Tagen war der Aufenthalt der deutschen Tierfreunde in Rumänien zu Ende. Doch ihre Pläne gehen weiter. Die beiden Männer haben noch eine ganze Menge vor: Unter anderem soll das Tierheim vergrößert werden. Dabei soll eine Freilauffläche entstehen.

Denn in den derzeitigen Hundezwingern herrschen desolate Zustände: Rund 20 Tiere leben auf 12 Quadratmetern! Auch sollen Container geschaffen werden, die Raum für weitere OP-Räume bieten. Das gesamte Hilfsprojekt – vom Konzept bis zur Ausführung – will Dirk Lenzen, der auch über umfangreiches Fotomaterial verfügt, in einem 60-minütigen Film festhalten. Hier soll der Zuschauer sehen, dass die so dringend benötigten Hilfsgüter tatsächlich an Ort und Stelle zum Einsatz kommen. Aber auch andere spannende Themen, wie der aufreibende Job der "dog-hunter" (Hundefänger) von Constanta, die Lenzen bei ihrer Arbeit begleitet hat, werden in der Dokumentation zu sehen sein. Die Männer fangen die Tiere ein, die noch nicht registriert und sterilisiert wurden und bringen sie in das Tierheim. „Das sind die Jungs, die den härtesten Job in diesem Tierheim haben“, so Lenzen anerkennend.

Wenn es nach den Düsseldorfern und ihren rumänischen Freunden geht, blicken die Hunde von Constanta einer hoffnungsvolleren Zukunft entgegen. „Wir wollen das Projekt weiterhin begleiten und freuen uns schon auf neue Herausforderungen in dieser Sache“, so Lenzen und Hutze einstimmig.

An alle Helfer und Spender, nochmals herzlichen Dank! Ohne ihre Mithilfe, hätten wir diese schnelle Hilfeleistung nicht ermöglichen können!!!

Dirk Lenzen und Heinz Hutze