
Heinz Hermann Hutze und Dirk Lenzen haben für das Rumänien Projekt vier gebrauchte Wohncontainer gekauft, die dort vor Ort zum OP-Saal um- bzw. ausgebaut werden. Die Anschaffung stellte das geringste Problem dar. Die Zoll und Ausfuhrpapiere wurden bereits hier in Deutschland erstellt. Schliesslich kam der Tag und es ging endlich los. Aber was dann kam, damit hatte keiner gerechnet:
Los ging es am Mittwoch, den 19.07.
Die Spedition Classen aus Nettetal führte uns den Transport für 4000,00 € durch.

Nach endlosen Telefonaten mit Rumänien, diversen Zollbehörden, Spedition etc. war irgendwann der komplette Papierkram erledigt und unsere zwei Fahrer konnten Aufbrechen. Zunächst ging die Reise gut, sämtliche Grenzen innerhalb der EU wurde problemlos passiert. Den letzten telefonische Kontakt mit unseren Fahrern hatten wir am Donnerstag abend.
Irgendwie schlief ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag recht unruhig. Naja, wie dem auch sei. Dirk hatte sein Handy die ganze Nacht angelassen, falls irgendwelche Probleme auftreten würden.
Ich steh Freitag früh auf, so um halb sieben, schaue auf meine Handy und habe 6 Anrufe in Abwesenheit. Es war die heimische Nummer der Nettetaler Spedition. Ich rief zurück und hatte die Frau eines der Fahrer am Telefon...

Sie berichtete mir, daß die zwei Männer seit Donnerstag abend an der rumänische Grenze stehen und nicht ins Land gelassen werden. Also mittlerweile seit 8 Std. dort standen. In Rumänien herrschen z.ZT. ähnliche Temperaturen wie bei uns...Die Frau sagte noch, daß die zwei total sauer wären... Ich fragte mich zunächst, was Ursache für diese ärgerliche Verzögerung sein könnte?
Dirk war auch wach geworden und dann ging es los.
Erneute Telefonate mit Rumänien, mit dem Zoll mit Adrian unserem Projektleiter in Constanta und Empfänger der Container, zwischendurch weitere Telefonate mit den Fahrern an der Grenze, bezügl. der weiteren Entwicklung. Auch die beiden Fahrer konnte keine Aussage darüber machen, weshalb Ihnen die Grenzüberschreitung verwehrt wurde.

Die Zeit verann und die Stimmung ging in den Keller. Adrian teilte uns mit, daß die Fahrer an der Grenze eine Service Spedition aufsuchen müssten, die sowohl an der Grenze als auch in Constanta selbst über eine Zweigstelle verfüge.
Man muss sich das so vorstellen:
Die Grenzstation bestehet aus einem Zweistöckigen Gebäude. Im oberen Teil sitzt quasi die 'Chefetage' und im unteren Teil diverse Speditionen, die dann mit Papieren nach oben gehen um sich ein OK einzuholen.
Dieses wurde mehrfach verwehrt und unseren armen Fahrern lediglich die Papiere hingeknallt mit der Aussage:'NO!'

Irgendwann entdeckte Dirk dann im Internet eine Spedition die auf Transporte nach Rumänien spezialisiert ist: ROM TRANS mit Sitz in München. Diese Spedition verfügt auch über ein kleines Büro an der Grenzstation, der nette Mensch in München erledigte einen Anruf für uns und gab ein paar relevante Telefonnummern heraus.
Die Fahrer hatten für die Container eine beglaubigte Schenkungsurkunde mitbekommen und alle erforderlichen Zollpapiere. Außerdem eine Rechnung aus der sich die Daten der Fracht ergaben.

Irgendwann wurde klar, daß auf der Rechnung nicht stand, welche Farben die Container haben, bzw. welche Abmessung und ID Nummern. Also musste ich beim hiesigen Container Verkauf anrufen um diese Daten in Erfahrung zu bringen. Der Containermensch war völligst genervt - er hatte selber gerade Probleme - uns so war ihm keine brauchbare Information zu entlocken. Das hatte zur Folge, daß sich Heinz ins Auto setzte und nach Kaarst zu rasen, da die Information für den weiteren Verlauf unentbehrlich war.
Während des ganzen Theaters standen unsere Fahrer immer noch bei 40 °C ratlos an der Grenze. Es war mittlerweile ca. 10:00 Uhr. Irgendwann kam Heinz dann mit den Daten - er hatte kurzerhand eines der ID-Schilder der Container mitgenommen - und es konnte weitergehen.

Weitere unzählige Faxe und Telefonate mit den Fahrern, Spedition in Constanta, Adrian und der Grenzstation folgten.
Erschwerend hinzu kam, daß die Uhr lief, denn Adrian hatte für Samstag einen Kran gemietet um die Container abladen zu können, darüber hinaus einen Zollmenschen beauftragt sich in Stand By zu halten, denn eigentlich arbeitet der Zoll am WE nicht (ist aber zum Löschen der Ladung Pflicht, ohne Zollmensch dürfen die Container nicht abgeladen werden) und am Samstag und Sonntag dürfen in Rumänien keinerlei LKW fahren. Die Zeit lief also gegen uns.
Die Fahrer hatten Ihrerseits ebenfalls Termindruck, da Sie auf dem Rückweg in Bulgarien Ladung aufnehmen wollten.

Mittlerweile standen die armen Kerle seit 12 Stunden an der Grenze.
So, nachdem die Papiere vollständig an alle erdenklichen Stellen gesandt worden waren (ein Hoch auf die Technik) hieß es abwarten. Weitere 2,5 Std. später immer noch keine Neuerung. Wir waren alle mit den Nerven am Ende.
Ich telefonierte nochmal mit Adrian um ihm zu sagen, daß es an der Grenze nicht weitergeht und wieder keiner wußte weshalb?
Er erklärte uns, daß die Papiere nun an die oberste rumänische Zollbehörde gesandt wurden, die diese erneut prüfte um dann ihr OK zu geben.
Mittlerweile 14 Std. Wartezeit für unsere Fahrer...

Herr Classen berichtete zwischenzeitig, daß an der Grenze endlich eine art Rechnung geschrieben wurde, was wiederum das Ende des nervigen Unterfangens bedeuten konnte.
Weitere zwei Std. später um 14:30 Uhr deutscher Zeit, nach 16 Std. wurden Sie durchgelassen und es ging weiter!
Aufatmen!
Der Zeitplan war wohl ohnehin nicht mehr einzuhalten, Sie hatten noch 800 km rumänische Landstrasse zu bewältigen, das entspricht in etwa 2000 km deutscher Autobahn...

Die Fahrer hatten nun Blut geleckt und beschlossen die Nacht über durchzufahren und auf jeden Fall am nächsten Morgen in Constanta zu sein um, den Zollmenschen zu erwischen, den Kran nicht unnötig länger als ohnhin mieten zu müssen und um die Ladung in Bulgarien pünktlich aufnehmen zu können
Fragt nicht wie, die Kerle haben es tatsächlich geschafft und kamen am nächsten Morgen um 09:00 in Constanta an....